Warum wir weg von Fast Fashion müssen

Auf Kleidertauschpartys kann nicht mehr getragene Kleidung gegen neue getauscht werden. Aber warum machen wir uns den Aufwand eigentlich? Ist es nicht viel einfacher, in der Stadt shoppen zu gehen oder online zu bestellen? Doch es gibt einige Fakten, die zeigen, warum wir als Gesellschaft umdenken müssen.

Modeindustrie Umwelt schlimm

Überquillende Kleiderschränke & immer schnellere Trendwechsel

Obwohl unsere Kleiderschränke vollgestopft sind mit Klamotten, wirbt die Modebranche mit immer neuen Kollektionen und billigen Preisen. Mittlerweile ist es zum Standard geworden, dass 12 Kollektionen im Jahr erscheinen, manche Modefirmen bringen sogar 24 Kollektionen oder mehr im Jahr heraus. Wir schwimmen in Klamotten.

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der Modefirmen zahlen den Textilarbeitern keinen existenzsichernden Lohn

Armut & Sklaverei

Erinnerst du dich noch an Rana Plaza? Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik ein und begrub mehr als 1.000 Menschen unter sich, mehr als 2.000 weitere Arbeiter wurden verletzt [1]. Leider war das kein Einzelfall, immer wieder kommt es zu Bränden und Fabrikunglücken [2,3].
Ein weiteres Problem sind extrem niedrige Löhne, zum Beispiel für die Menschen, die unsere Kleidung nähen. Oft wird ihnen weit weniger als der Mindestlohn gezahlt. Und selbst wenn: Die Mindestlöhne in den Produktionsländern sind oft zu niedrig, um genug Geld für Miete, Strom, Kleidung, Essen und andere Grundbedürfnisse zu haben [4]. Auch Zwangsarbeit und Menschenrechtsverletzungen finden in der Lieferkette statt. Etwa ein Fünftel der weltweit angebauten Baumwolle wird in der chinesischen Provinz Xinjiang angebaut, in der hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit, der Uiguren, eingesperrt und “umerzogen” werden [5].

Schaue nach, ob deine Lieblingsmarke existenzsichernde Löhne zahlt:

Klimakiller Kleidung

Die Modeindustrie ist nicht nur für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich [6], sondern geht auch mit anderen weitreichenden Folgen für die Natur einher (und darauffolgend meist auch für Menschen) einher. Ein großes Problem ist beispielsweise der bedenkenlose Einsatz giftiger Chemikalien, der dazu führt, dass Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser mehr zur Verfügung. Krankheiten sind die Folge, wie etwa Hautausschläge, Durchfallerkrankungen und Krebs [7]. 

Ein weiteres Problem ist mittlerweile auch die Entsorgung von Kleidung. Ihre schiere Masse und die billige Qualität führen dazu, dass die meisten Teile nicht recycelbar sind – deshalb wird weltweit tonnenweise Kleidung verbrannt [8].

Klimakiller Kleidung CO2
Tauschbörse Nachhaltig Mode

Veränderung & Erfolge

Einer der größten Erfolge ist wohl die Detox-Kampagne von Greenpeace. Sie hat dazu geführt, dass einige der größten Textilhersteller giftige Chemie weitgehend aus ihrer Produktion verbannt haben [9]. Außerdem ist wohl bei allen der Slow Fashion Bewegung die Fashion Revolution Week dick im Kalender markiert. Sie findet jedes Jahr im April statt, in Gedenken an den Einsturz von Rana Plaza. Allein 2021 nahmen fast 22 Tausend Menschen an den Veranstaltungen teil, ihre Hashtags wurden in den sozialen Medien in mehr als 4 Millionen Posts genutzt [10].

Einen weiteren Teil tragen Kleidertauschpartys zur Veränderung bei. Wir sind eine wachsende Bewegung, die aus dem Hamsterrad der ewig neuen Trends ausgestiegen ist. Zu ehrenamtlich organisierten Kleidertauschpartys bringen wir unsere aussortierte Kleidung mit und gehen im so entstandenen Fundus auf die Suche nach neuen Teilen.
Denn Konsumverzicht macht vor allem eines: Spaß!

Dann kannst du ganz leicht in unserem Veranstaltungskalender ein Event in deiner Nähe raussuchen. Sofern nichts anderes in der Beschreibung steht, gehst du einfach mit deinen aussortierten Klamotten hin und lässt alles weitere auf dich zukommen.

FAQs:

Die Modeindustrie gehört zu den größten Klimakillern und ist regelmäßig mit Menschenrechtsverstößen und Umweltschäden in den Negativ-Schlagzeilen. Fast Fashion ist leider zum Trend geworden – immer mehr wird in immer schlechterer Qualität und unter schlimmeren Arbeitsbedingungen produziert.

Auf Kleidertauschpartys kannst du in der Kleidung stöbern, die andere ausgemistet haben und findest so nachhaltige Secondhand-Kleidung. Die sieht nicht nur super aus, sondern du tust auch ganz nebenbei etwas für unseren Planeten <3