So organisierst du deinen eigenen Wanderkleidertausch

Super, dass du deine eigene Tauschgruppe organisieren möchtest! Hier habe ich (Franzi) ein paar Erfahrungen und Ideen zusammengetragen – such dir das raus, was für dich passt 🙂 Wenn du danach noch irgendwelche Fragen haben solltest, meld dich gerne. Am schnellsten sehen wir deine Nachricht bei Instagram, du kannst uns aber auch über Facebook oder per Mail (an kleidertausch.de@web.de) erreichen. Du weißt gar nicht, was ein Wanderkleidertausch ist? Dann schau erstmal hier vorbei.

1. Schritt: Regeln festlegen

Zuallererst solltest du dir Gedanken, darüber machen, wie dein Wanderkleidertausch ablaufen soll. Das heißt:

  • Wer darf mitmachen? (Nur Frauen oder alle? Nur bestimmte Kleidergrößen?)
  • Für welche Stadt/ Städte willst du den Tausch anbieten? In größeren Städten wie Berlin oder Hamburg kannst du auch erstmal nur mit einem Stadtteil anfangen, bei kleineren Städten kommen dann aber erfahrungsgemäß nicht genug Leute zusammen. Du kannst auch mehrere Städte anbieten mit der Option, dass die Kleidung im Paket verschickt wird, wenn zwei Leute zu weit auseinander wohnen. Vorteil ist, dass so mehr Menschen mitmachen können; Nachteil, dass die Aktion dadurch deutlich weniger umweltfreundlich ist. Wenn du dich für die Verschick-Option entscheidest, mach also bitte extra viel Werbung, damit sich möglichst viele Teilnehmer finden und dadurch die Wege kürzer werden.
  • Wie viele Tauschrunden willst du anbieten? Nur eine, in der alle etwas in die Tasche reinlegen und rausnehmen können, und wo dementsprechend am Ende Teile übrig bleiben? Oder willst du eine zweite Runde machen, wo nur noch Teile rausgenommen werden dürfen (und die eigenen Teile rausgenommen werden müssen)?
  • Bei Option 1: Was soll mit der übriggebliebenen Kleidung passieren? Wo kannst du noch gut erhaltene Teile hinspenden? (Bitte nur Teile wegwerfen, die absolut unbrauchbar/ kaputt sind.)
  • Wann geht’s los? Wir starten regelmäßig gemeinsame Tauschrunden in verschiedenen Städten in Aktionswochen wie der Fashion Revolution Week im April oder der Makesmthng-Week im November. Wenn du abseits davon gerne einen Tausch anbieten möchtest, kannst du dir auch ein anderes Datum aussuchen.

2. Schritt: Bewerbungstext schreiben

Damit wir deinen Tausch auf unserer Webseite listen können, brauchen wir einen Text von dir, in dem die Infos vom 1. Schritt stehen. Dafür haben wir eine Vorlage erstellt, die du nach deinen Wünschen abwandeln kannst – halte dich dabei aber bitte an die grobe Struktur. Die Infos nach Adresse, Kleidergröße etc. erfrage ich am liebsten mit Excel (weil ich dann die Teilnehmer einfach untereinander schieben kann, um Gruppen und Reihenfolgen einzuteilen). Wie das geht, beschreibe ich in Schritt 4. Du kannst dir aber auch eine andere Methode überlegen – was für dich am praktischsten ist 🙂 Den fertigen Text schickst du mir dann am besten per Mail zu.

3. Schritt: Werbung machen

Damit möglichst viele Menschen von deinem Tausch erfahren, solltest du jetzt ordentlich die Werbetrommel rühren. Dafür schicke ich dir dann eine Vorlage für eine Presseerklärung und Fotos zu. Die schickst du am besten an Lokalradio und -zeitung, sodass sie den Artikel abdrucken oder ein Interview mit dir führen können. Außerdem bewerbe ich deinen Tausch in unserer Story auf Instagram und Facebook. Es macht auch Sinn, Instagramkanäle der Nachhaltigkeitsecke aus deiner Stadt zu fragen, ob sie deinen Post zum Wanderkleidertausch teilen können. Darüber hinaus lohnt sich ein Werbetext in lokalen Facebook-Gruppen, in dem du auf www.kleidertausch.de/wanderkleidertausch verweist (wo alles zu deinem Tausch stehen wird).

4. Schritt: Einteilung der Gruppen

Das Wichtigste ist, dass Menschen aus derselben Stadt, desselben Geschlechts (bzw. Klamottenvorliebe) und mit der selben bzw. möglichst ähnlichen Kleidergröße in eine Gruppe kommen. Wie du all das erfragst, ist natürlich dir überlassen. Manche wollen die Infos einfach im Mailtext oder in einem Google-Dokument, ich persönlich finde es praktischer, sie mir als Excel-Datei schicken zu lassen. Bei der Einteilung der Gruppen habe ich versucht eine Balance zu finden zwischen der Kleidergröße und dass die Leute nicht allzu weit voneinander entfernt wohnen (letzteres kann man sich sehr einfach mit Google-Maps anzeigen lassen, indem man eine Route mit Zwischenstopps eingibt). Macht euch keinen zu großen Kopf bei den Kleidergrößen – oft landet doch zu große oder zu kleine Kleidung in der Tasche. Etwa 4-10 Personen pro Gruppe sind eine gute Anzahl.

Beispiel für Excel-Freunde

Falls ihr eure Gruppe ebenfalls über Excel organisieren wollt, kommt hier ein ganz konkretes Beispiel mit fiktiven Personen. Natürlich könnt ihr auch Google Forms oder sonstwas nutzen, das wollte ich aber aus Datenschutzgründen nicht 🙂

Für ihre Anmeldung können sich die Leute eine Excel-Tabelle herunterladen: AnmeldungWanderkleidertausch2

Die ausgefüllte Tabelle schicken sie euch dann zu, als Beispiel habe ich eine Mia erfunden, die gerne in eurer Kölner Gruppe mitmachen will. Sie schickt euch diese Tabelle: AnmeldungWanderkleidertauschMia

Die Zeile könnt ihr kopieren, indem ihr links auf die Zeilennummer klickt (in dem Fall die 2) und dann ganz normal mit Rechtsklick -> Kopieren. In eure Gesamttabelle könnt ihr sie einfügen, indem ihr dort ebenfalls auf die Zeilennummer klickt und dann Rechtsklick -> Einfügen. Dann habt ihr am Ende eine Tabelle wie die hier: AnmeldungWanderkleidertauschAusgefüllt

Bei euch haben sich also 14 Frauen mit recht unterschiedlichen Größen angemeldet, die ihr jetzt in Gruppen unterteilen könnt. Zum Beispiel könntet ihr eine Gruppe machen mit allen, die XS-S oder S angegeben haben. Dann legt ihr eine Reihenfolge fest. Dafür habe ich alle Adressen bei Google Maps eingegeben und mir aus ihnen eine Route berechnen lassen. Jetzt konnte ich die “Zwischenstopps” so hin und her schieben, dass jeder den kleinsten Weg hat. Achtet dabei darauf, die Person als Startpunkt zu nehmen, die sich dafür bereit erklärt hat (siehe Tabelle) oder euch selbst. Wenn ihr mit der Einteilung fertig seid, könnt ihr die Tabelle als PDF abspeichern. Dafür markiert ihr den Bereich den ihr haben wollt, geht auf Datei -> Exportieren -> PDF erstellen -> Optionen -> Was veröffentlichen: Auswahl

Diese PDF könnt ihr dann als Rundmail an alle Leute der entsprechenden Gruppe schicken (nicht jeder PC kann Excel-Dateien öffnen). In der Mail habe ich dann nochmal geschrieben, dass die oberste Person anfängt und die Tabelle dann runtergegangen wird, bis die unterste Person die Klamotten wieder der obersten gibt. Wenn ihr möchtet, kann ich euch meine Mail gerne schicken, wenn ihr sie als Vorlage nutzen wollt. Meldet euch dafür einfach bei mir unter kleidertausch.de@web.de.

FAQs:

Nicht mehr viel! Da würde ich nur im Auge behalten, dass die Tasche recht zügig weitergegeben wird und nach 2-4 Tagen mal die Person, bei der die Tasche rumsteht, per Mail nett fragen, wie es ausschaut. Außerdem seid ihr Ansprechpartner bei Problemen, wenn irgendwas ist – da helfe ich euch bei Bedarf aber natürlich auch 🙂

Bei der Anmeldung geben dir die Teilnehmer ja ihre Kontaktdaten (Mailadressen und ggf. Handynummern). Bevor der Tausch losgeht, schickst du am besten eine Rundmail, in der du die Reihenfolge mitteilst, wer wann dran ist, und jedem die Kontaktdaten der anderen Personen gibst. So können sich die Teilnehmer für eine Übergabe verabreden. (Ich habe es so gemacht, dass man immer der nächsten Person die Tasche nach Hause bringt.)

Keine Sorge, bisher ist noch niemand überrannt worden. In Großstädten melden sich erfahrungsgemäß 20-30 Personen an, in Kleinstädten muss man sich z.T. viel Mühe mit der Werbung machen. Zur Orientierung: Als ich den Wanderkleidertausch mal in Radio Wuppertal vorstellen durfte, haben sich 25 Leute angemeldet, sonst waren es eher 8-10.